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Operation Schöne Zukunft - Warum ich die Welt retten möchte

Gregor Ilg
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Schönes Leben
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3.6.2019

Die Treibhausgasemissionen bis 2035 auf null reduzieren! Die Ozeane von Plastik befreien! Den Feinstaub in unseren Städten einschränken! Massentierhaltung abschaffen! Der Arbeitswelt einen neuen Sinn geben! Armut besiegen! Das Konsumverhalten komplett auf nachhaltig umstellen! Auto verkaufen! Minimalistischer leben! Und nebenbei noch viel Zeit mit meinen Töchtern, meiner Frau, meinen Freunden, Kollegen, Gleichgesinnten und für mich allein verbringen!

Seien wir ehrlich. Selbst wenn ich morgen extra früh aufstehe und direkt anfange, werde ich das nicht auf Anhieb alles hinkriegen. Aber was ist realistisch? Was kann ich ganz persönlich für eine schöne Zukunft tun?

Die Politik wird es schon richten...

Die Welt zu verbessern ist keine leichte Aufgabe. Und noch vor ein paar Jahren hatte ich gar kein gesteigertes Interesse daran. Wie die meisten Menschen in meinem Umfeld war ich der Überzeugung, dass es reicht, wenn ich einfach alle vier Jahre mein Kreuz nicht an der falschen Stelle setze. Die werten Volksverter*Innen kümmern sich schon darum, dass alles gut geht. Die werden ja dafür bezahlt, sich tagein tagaus genau damit zu beschäftigen. Inklusive Zugriff auf ein ordentliches Budget und Experten jeder Art.

Wenn es also ein echtes Problem gäbe, dann hätten die ja schon längst eine Task Force gegründet und einen kongenialen Alkoholiker aus dem Ruhestand zurückgeholt, der mit seiner Expertise dann die Welt rettet. So habe ich das von den Helden meiner Kindheit gelernt. Will will die Welt retten und Bruce Willis auch.

Tja, und dann wurde plötzlich alles anders. Die Saat wurde vermutlich 2009 mit der Geburt meiner ersten Tochter gelegt. Aber zu dem Zeitpunkt hatte ich gerade ein eigenes Unternehmen gegründet und kämpfte täglich nicht nur um meine eigene Existenz sondern auch um die von bis zu 15 Angestellten. In dieser Zeit beschäftigten mich genau zwei Fragen: Wie bekommen wir bis zum Monatsende das Geld für alle Gehälter zusammen? Und wie kriegen wir es hin, unsere Tochter so aufzuziehen, dass sie möglichst keine bleibenden physischen oder psychischen Schäden davon trägt?

In meinem kleinen Kosmos hatte ich damit ausreichend Beschäftigung. Meine Kapazitäten waren komplett beansprucht. Der Rest der Gesellschaft war mir größtenteils egal.    

Erst mein Wohl, dann Gemeinwohl

5 Jahre später war mein Startup wirtschaftlich gescheitert. Wir schafften glücklicherweise einen sauberen Abschluss für alle Beteiligten und ich wechselte in eine stinknormale Festanstellung zu meinem aktuellen Arbeitgeber. Mein Leben wurde entspannter.

Zur Geburt meiner zweiten Tochter nahm ich dann eine kurze Auszeit. Ohne den Druck der Selbständigkeit im Hinterkopf und im Wissen, dass wir das mit dem ersten Kind ganz ordentlich hingekriegt hatten, eröffneten sich nun ganz neue Perspektiven. Ich begann mich stärker mit der Frage zu beschäftigen, was mir im Leben wichtig ist und wo die ganzen Anstrengungen eigentlich hinführen sollten?

Bei allem was ich tat, waren Geld und Status nie die wichtigsten Motivationstreiber. Was nicht heißen soll, dass mir beruflicher Erfolg völlig egal wäre. Aber ich habe immer versucht, Aufgaben zu finden, für die ich wirklich gerne die Hälfte meiner wachen Lebenszeit investiere. In einem Haushalt mit zwei Vollverdienern hatte ich den Luxus, mir nur sehr eingeschränkt Sorgen um die finanzielle Situation machen zu müssen.

Mal vorsichtig die Komfortzone verlassen

So fällte ich vor gut zwei Jahren den Entschluss, mich aus meiner Komfortzone herauszutasten. Ich reaktivierte meinen Twitter Account mit genau 3 Followern. Ich aktualisierte mein LinkedIn-Profil. Und ich kaufte die Domain futureproofworld.com, um einen Blog zu starten. Rückblickend war die Veröffentlichung meines ersten Blogartikels mit dem bezeichnenden Titel “Breaking Good – Wie Glückshormone unser Leben verbessern!” wohl der erste Tag vom Rest meines Lebens.

Ich wurde plötzlich mit der Welt da draußen konfrontiert. Es ist wirklich erstaunlich. Heute bin ich extrem vielen Einflüssen ausgesetzt. Ich habe ein vielfältiges Netzwerk, in dem die neue Arbeitswelt, Politik, Nachhaltigkeit, Humor, Sport und Familie wild durcheinander gewürfelt werden. Und mir ist völlig bewusst, dass ich mich trotzdem in einer totalen Filterblase befinde. Das, was ich wahrnehme, spiegelt nur einen Bruchteil von dem wider, was in Deutschland geschweige denn weltweit passiert.

Im März 2017 als meine ersten Blogbeitrag geschätzte 10 Leser hatten, war mir noch nicht einmal klar, dass es so etwas wie Filterblasen überhaupt gibt. Ich las alle zwei Wochen die Zeitung und alle anderen Informationen zum Weltgeschehen erhielt ich aus meinem Bekanntenkreis. So viel zu mündiger Meinungsbildung. Das heißt nicht, dass ich nicht vielseitig interessiert war. Aber was Politik und Gesellschaft anging, wusste ich im Prinzip noch nicht einmal, dass ich nichts weiß.

Der Blog hat mich aus meiner einigermaßen unbedarften Weltanschauung heraus gezerrt. Ich begann Twitter aktiv zu nutzen. Ich lernte in den sozialen Medien neue Menschen kennen, mit denen ich mich auf Konferenzen oder auf ein Kaltgetränk traf, obwohl wir vorab nur drei Tweets ausgetauscht hatten. Diese Art von Blind Dates kannte ich bis dahin nur aus meinen Teenagerzeiten, als der Chatroom der Zigarettenmarke West selbst für mich als Nichtraucher die aufregendste Partnerbörse im Netz war.

So waren dann auch die ersten Gehversuche bei Twitter eine völlig neue Erfahrung für mich. Diese Art der 280-Zeichen-Kommunikation warf oft mehr Fragen auf, als mir beantwortet wurden. Meine Gedanken dazu verarbeitete ich dann in Blogbeiträgen.

Bisher scheint das ganz gut zu gelingen. Das Feedback ist überwiegend positiv, was daran liegt, dass die Einstellung der Leser meiner Beiträge zu mir wohl überwiegend positiv ist. Ich warte noch auf meinen ersten Shitstorm.Positiv betrachtet, würde das bedeuten, dass ein Beitrag es geschafft hätte, aus meiner eigenen Filterblase auszubrechen.

Von der Future Proof World in eine Schöne Zukunft

Apropos “ausbrechen”: ungefähr zur gleichen Zeit, als ich mit dem Blog begann, fiel auch die Entscheidung, dass wir als Familie für ein Jahr auf Weltreise gehen werden. Auch das hat gedanklich sehr viel bei uns ausgelöst. Das habe ich teilweise schon im letzten Beitrag thematisiert und werde es auf jeden Fall auch weiterhin tun.

In den letzten 2 Jahren Jahren habe ich bei futureproofworld.com fast 40 Artikel veröffentlicht (einige davon in Zusammenarbeit mit meinem sporadischen Partner in Crime Andreas Ilg). Dabei ging es um Mut, Bildung, Arbeit, Politik, Gesellschaft, bedingungsloses Grundeinkommen, Reisen und Persönliches. Alle Artikel haben sich im weitesten Sinne mit der Frage beschäftigt, wie wir in Zukunft zusammenleben wollen und werden. Das war ein spannender Rahmen, der mich nach wie vor interessiert. Aber in den letzten Monaten ist mir klar geworden, dass ich konkreter werden möchte. Wenn wir ab August für ein Jahr als Familie unterwegs sind, werden wir vermutlich viele Erfahrungen sammeln. Sowohl über die Welt. Aber vor allem auch über uns.

Und ich hoffe sehr, dass wir auch Antworten auf die eingangs formulierte Frage finden: Wie können wir eine schöne Zukunft gestalten? Nicht nur für uns sondern für auch für unsere Umwelt. Es geht mir nicht mehr nur um allgemeine Beschreibungen. Ich möchte konkrete Handlungsempfehlungen erarbeiten und testen. Ich habe ein Ziel. Wir als Familie wollen unser Leben so umzustellen, dass wir jährlich nicht mehr Ressourcen verbrauchen, als durch die Erde im gleichen Zeitraum zur Verfügung gestellt werden. Konkrete Informationen dazu, findet ihr künftig auf hier.

Das war auch der Anlass für den Umstieg auf eine neue Webseite. Statt Future Proof World heißt es nun Schöne Zukunft. Es geht mir nicht mehr nur um allgemeine Beobachtungen und theoretische Konstrukte für eine zukunftssichere Welt. Ab jetzt geht es um unsere ganz persönlichen konkreten Schritte und die damit verbundenen Erfahrungen.

Und ich fände es großartig, diesen Weg nicht alleine zu gehen. Also meldet euch, wenn ihr Ideen habt. Ich bin für alles offen. Egal ob Podcast, Videokanal, Mut-Plattform, Social Entrepreneurship, Schulgründung, Co-Living. Es gibt so viele Möglichkeiten, etwas zu tun, etwas auszuprobieren. Wenn nicht jetzt, wann dann...

Gregor Ilg
Jeden Tag die Welt verbessern. Zumindest für irgendjemanden. Zumindest ein bisschen. Blogger für eine zukunftsfähige Welt
Sehr interessant. Halt mich auf dem Laufenden!

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