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3 Dinge, die einen Familienurlaub auf Madeira mit Kindern besonders machen

Gregor Ilg
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Schön Reisen
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12.5.2019

Im Sommer in den Süden? Für jemanden, den man bei Temperaturen von über 30 Grad im Keller zwischenlagern muss, macht das wenig Sinn. Deshalb habe ich meinen Sommerurlaub seit knapp vier Jahrzehnten konsequent an der Ostsee verbracht. In den ersten Jahren mit meinen Eltern, später mit meinen Freunden und zuletzt dann eben auch mit Frau und Kindern. Bis 2017. Da sind wir dann doch in den Süden gereist. Zwar nur bis Zürich in die Schweiz. Dafür aber mit einem Wohnmobil. Das war für uns ein völlig neues Reiseerlebnis, welches ich literarisch hochwertig verarbeitet habe im Beitrag: 8 Dinge, die bei einer Wohnmobilreise plötzlich Spaß machen.

Die tollen Erfahrungen diese Reise haben dazu geführt, dass wir unser Reiseverhalten generell neu überdacht haben. Und so wagten wir 2018 das nächste Experiment. Statt den großen Familienurlaub standardmäßig in die Sommerferien zu verlegen, wie es bei einer Familie mit einer schulpflichtigen Tochter und einer genauso schulpflichtigen Lehrerin üblich ist, haben wir uns für einen ausgiebigen Familienurlaub im Herbst entschieden.

Blieb lediglich die Frage nach dem Reiseziel. Unser größter Wunsch war es, den launigen deutschen Sommer einfach ein kleines bisschen zu verlängern. Also so weit wie möglich nach Süden. Bei insgesamt 10 Tagen Urlaub waren wir auch bereit jeweils einen kompletten Ab- und Anreisetag in Kauf zu nehmen. Nach einer kurzen und willkürlichen Recherche im Freundeskreis und im Internet fiel die Wahl auf die Garteninsel Madeira.

Über Booking.com haben wir schnell ein nettes kleines Ferienapartment gefunden. Am südlichsten Zipfel von Madeira in Caniçal. Halb in den Berg gehauen mit einem direkten Zugang zum Atlantik über einen eigenen Anlegesteg. Den einigermaßen erschwinglichen Flug haben wir bei TAP Air gebucht. Dass das TAP in Tap Air bei erfahrenen Portugal Touristen für Take Another Plane steht, war uns zu diesem Zeitpunkt noch nicht bekannt. Aber dazu gleich mehr.

Also was soll ich sagen? Diese Reise war abenteuerlich, aufregend, erholsam und rundum gelungen. Und deshalb unbestritten unser Reisehighlight des Jahres und damit die Grundlage für unseren Beitrag zur Blogparade Reise Highlights 2018 – Das Beste aus 365 Tagen.

Flüge mit TAP Air

Der in der Theorie durchaus charmante Plan sah vor, dass wir mittags von Berlin Tegel nach Lissabon fliegen, dort drei Stunden entspannen und dann gegen 21:00 in Funchal ankommen. Ja genau, Funchal. Da, wo Christiano Ronaldo in Bronze gegossen wurde.

So trafen wir am Abreisetag gut gelaunt pünktlich zwei Stunden vor Abflug am schönsten Flughafen der Welt (Achtung: Ironie) in Tegel ein und erfuhren direkt, dass unser Flug nach Lissabon zwei Stunden Verspätung haben würde. Als kleine Aufmunterung erhielten wir einen Essensgutschein in Höhe von überragenden 20€. In Tegel bekommt man dafür ungefähr ein halbes unbelegtes Brötchen und ein kleines Glas Leitungswasser. Wir fühlten uns wie Könige. Im einzigen Restaurant, welches keiner namenhaften Fast Food Kette angehörte, machten wir es uns für drei Stunden bequem und spielten ungefähr 25 Runden Phase 10 Junior. Ein wirklich unterhaltsames Spiel. Zumindest in den ersten 1-2 Runden.

Gegen 16:00 saßen wir dann endlich im Flugzeug und kurze Zeit später waren wir mit nur knapp drei Stunden Verspätung in Lissabon. Unsere Fluggesellschaft hatte kein Interesse daran, ihre Reisepläne für eine freundliche Familie aus Berlin zu ändern und so verpassten wir nicht nur den nächsten sondern auch den übernächsten Flug. Planmäßig sollten wir also mit der letzten Maschine kurz vor Mitternacht weiterfliegen. Zumindest war man hier in Portugal etwas großzügiger, was die Essensgutscheine anging und so erhielten wir diesmal sogar 40€. Unser Budget wurde dann überraschend noch einmal erheblich aufgestockt, als uns ein netter französischer Herr ansprach. Mein Schulfranzösisch ist etwas eingerostet. Aber die Tatsache, dass er mir vier weitere Essensgutscheine im Wert von insgesamt 60 Euro in die Hand drückte, trug erheblich zur Völkerfreundschaft mit Frankreich bei.

Im Gegensatz zu Tegel ist Lissabon wirklich ein schöner Flughafen. Zumindest abends wenn nicht mehr so viel los ist. Mit 100€ Essensbudget würden wir die 6 Stunden bis Mitternacht also schon rumkriegen. Über die nächsten Stunden probierten wir jedes einzelne Flughafen-Restaurant aus. Das hatte durchaus etwas für sich. Wann leistet man sich sonst schon mal Sushi am Flughafen?

Im Endeffekt hatte unser letztes Flugzeug dann auch noch einmal eine Stunde Verspätung. Unsere jüngste Tochter Elisa ging zu diesem Zeitpunkt schon ganz schön auf dem Zahnfleisch. Aber irgendwann gegen 3 Uhr morgens kamen wir dann doch in unserem Apartment an, wo unsere Gastgeberin freundlicherweise mit Wein und Keksen auf uns gewartet hatte. Wir fielen völlig fertig ins Bett und schliefen erst einmal ordentlich aus. Das erste Abenteuer war überstanden. Und am nächsten Morgen konnten wir die Belohnung für unsere Mühen begutachten.  

Der Atlantik

Am nächsten Morgen wachten wir mit einem grandiosen Blick auf den Atlantik auf. Etwa zwei Kilometer zu unserer Rechten gab es einen kleinen Hafen, der nicht ganz ins Bild passte. Aber daran hatten wir uns recht schnell gewöhnt. Zu unserer Unterkunft gehörte eine Hängematte, ein Beet mit Oregano und Rosmarin und ein kleiner ca. 100m langer Privatweg zum eigenen Anlegesteg. Von der Terrasse aus konnte man Ebbe und Flut beobachten. Ein Phänomen, welches man als Ostseeurlauber ja nur vom Hörensagen kennt.

Madeira Atlantik Kinder

Das obligatorische Bad im Ozean wurde dann auch schnell zur täglichen Pflichtveranstaltung. Egal bei welchem Wetter. Selbst Regen war für unsere Töchter kein logisches Gegenargument. Was stören ein paar Tropfen von oben, wenn man sowieso im Wasser ist?

Der einzige Tag, an dem wir sie tatsächlich überzeugen konnte, auf die Schwimmeinheit zu verzichten, war der Tag als wir zum ersten Mal in unserem Leben eine echte Windhose gesehen haben. Beeindruckend.

Madeira Windhose

Mauer-Eidechsen

Am Morgen nach unserer strapaziösen Anreise bereiteten wir uns von den Kleinigkeiten, die uns die Vermieterin freunldicherweise da gelassen hatte, unser erstes Frühstück mit Meerblick zu.

Und plötzlich, als die Sonne um die Ecke schaute, ließen sich auch unsere bis dahin unbekannten Haustiere blicken. Erst eine. Dann zwei. Und plötzlich tauchten ungefähr 15 kleine Mauer-Eidechsen auf unserer Terrasse auf. Auf der Suche nach einem Mangokern oder einem kleinen Stück Banane. Waren wir anfangs noch etwas überfordert von der Neugier unserer quirligen Mitbewohner, so hatten wir uns schnell aneinander gewöhnt. Und es dauerte nicht lange bis wir freundschaftlichen Kontakt aufnehmen.

Nicht nur für unsere Töchter, die sich seit Jahren eigene Haustiere wünschen, war das ein kleines aber feines Highlight unseres Urlaubs.

Steineidechsen

Wanderungen

Nach dem ersten Tage Pause wollten wir den zweiten Tag direkt für einen ersten Ausflug nutzen. Als Ziel nahmen wir uns den im Reiseführer empfohlene Risco Wasserfall im Rabaçal Naturschutzgebiet vor. Mit unserem kleinen, gemieteten Peugeot 206 fuhren wir gemütlich eine knappe Stunde über die Insel. Das Wetter war herrlich bis wir uns irgendwann auf einer Hocheben etwa 1.800 m höher und 10 Grad Celcius tiefer befanden. Es war neblig, einsam und kalt. Und wir wussten nicht, was uns genau erwartet. Wir waren weder Madeira- noch Wandererfahren. Wer hätte zum Beispiel gedacht, dass Wanderschuhe beim Wandern ganz hilfreich sein können.

Madeira Rabacal Wandern

Wie auch immer. Irgendwann fanden wir den Parkplatz zum Wanderweg und die dazugehörigen Touristen. Man kann ja von Touristen halten, was man will, aber für uns als Anfänger waren sie ein beruhigendes Zeichen. Wir machten uns auf den Abstieg. In unserer kleinen Gruppe war ich zu diesem Zeitpunkt der Einzige, der sich Gedanken darüber machte, dass wir den Weg auch irgendwann wieder hoch laufen müssten. Jedem schweißüberströmten Wanderer, der uns entgegenkam, nickte ich mitleidig zu. Die Mädels hingegen hatten nichts Besseres zu tun, als ein paar Meter vor zu rennen, ein bisschen rum zu hüpfen und dann wieder hoch zu rennen. Im Ernst? Ich meine ok. Sie sind genauso unerfahren als Wanderer wie wir. Aber dass man bei so einem Ausflug versucht, jede Strecke maximal zweimal zu laufen – einmal hin, einmal zurück und möglichst energiesparend –  das ist doch gesunder Menschenverstand, oder? ODER?

Nach einer Stunde Abstieg, einem Zwischenstopp in einem sehr netten Restaurant und mehreren halben Herzinfarkten meinerseits, angesichts der ungesicherten Wanderwege, die in Deutschland vermutlich keiner Ordnungsamtprüfung standgehalten hätten, waren wir endlich am Ziel unserer Wanderung angekommen. Dem Risco Wasserfall und den 25 Quellen. Der großartige Ausblick entlohnte uns für all die Aufregung.

Für den Rückweg nahmen wir uns dann übrigens doch einen Shuttlebus. Wenn ich Elisa hätte den Berg hochtragen müssen, wären wir vermutlich wieder erst 3 Uhr morgens am Apartment angekommen.

Unsere erste Wanderung war direkt ein Highlight. Sowohl für uns als auch für die Mädels. Wir machten später noch einen zweiten größeren Ausflug an die Südküste, die sehr viel karger und steiniger war. Dafür gab es da eine phänomenale Aussicht auf den Ozean.

Fazit

Das waren drei Dinge, die Madeira für uns besonders gemacht haben. Es waren allerdings bei weitem nicht die einzigen. Es gab noch viele andere große und kleine Highlights. Der schwarze Sandstrand. Die Ananas-Bananen. Der leerste Freizeitpark, in dem wir je waren. Die erste selbstgebratene Dorade. Halloween an der Atlantikküste. Und noch einiges mehr. Diese Reise war ein großartiges Erlebnis für uns alle. Und sie hat uns darin bestätigt, weitere Experimente zu wagen. 2019 ist dafür bestens geeignet. Wir werden dieses Jahr mehr reisen. Sehr viel mehr. Ich werde berichten.

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Gregor Ilg
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